15.01.2009, 21:12
Gesundheitsreform | Für die einzige Kinderpsychiaterin in Hochfranken kommt mit der neuen Vergütung schlagartig das Aus. Die Honorarsätze erlauben keinen wirtschaftlichen Betrieb mehr, sagt Ildiko Czeiner aus Hof. Sie hat ihren 13 Mitarbeitern gekündigt.
Von Beate Franck
Hof – In ihrer Praxis im Haus Admira in der Hofer Bismarckstraße haben Hunderte von Kindern mit verletzten Seelen Hilfe gefunden. Nun fühlt sich ihre Ärztin selbst frustriert, enttäuscht und ratlos. Dr. Ildiko Czeiner, einzige Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychotherapie in Hochfranken, wird Ende Februar schließen. Grund: neue Honorar-Abrechnungsmodalitäten seit 1. Januar. „Die Praxis damit wirtschaftlich aufrechtzuerhalten, ist unmöglich“, sagt
Czeiner.
Großer Zulauf
Vor knapp fünf Jahren hat sich die 44-Jährige in Hof als Fachärztin niedergelassen. Da die Region gerade im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie Mangelgebiet ist, hat Czeiner einen großen Zulauf. Nicht nur aus Stadt und Landkreis kommen ihre jungen Patienten, sondern auch aus dem Raum Wunsiedel, Kulmbach, Thüringen und Sachsen. Sie leiden an psychischen Auffälligkeiten und Entwicklungsstörungen. Das Spektrum ist breit: Sehr viele Kinder mit ADS-Syndrom sind darunter, Kinder mit Lese-Rechtschreibstörung ebenso wie missbrauchte und autistische kleine Menschen. 400 bis 500 Patienten sind es im Quartal, die Wartezeit betrug zuletzt ein halbes Jahr.
„Wir haben fachlich eine gute Resonanz und uns aufgrund des Riesenbedarfs immer weiter vergrößert“, schildert die Ärztin. Um diesen Bedarf abzudecken, hat Czeiner ein neunköpfiges Team aus Psychologinnen, Heilpädagoginnen, je einem Psycho-, Ergo- und Sprachtherapeuten sowie einer Kinderkrankenschwester aufgebaut. Auf dieses „multiprofessionelle Angebot“ ist die Fachärztin besonders stolz. Doch nun wird es ihr mit zum Verhängnis.
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Von Beate Franck
Hof – In ihrer Praxis im Haus Admira in der Hofer Bismarckstraße haben Hunderte von Kindern mit verletzten Seelen Hilfe gefunden. Nun fühlt sich ihre Ärztin selbst frustriert, enttäuscht und ratlos. Dr. Ildiko Czeiner, einzige Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychotherapie in Hochfranken, wird Ende Februar schließen. Grund: neue Honorar-Abrechnungsmodalitäten seit 1. Januar. „Die Praxis damit wirtschaftlich aufrechtzuerhalten, ist unmöglich“, sagt
Czeiner.
Großer Zulauf
Vor knapp fünf Jahren hat sich die 44-Jährige in Hof als Fachärztin niedergelassen. Da die Region gerade im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie Mangelgebiet ist, hat Czeiner einen großen Zulauf. Nicht nur aus Stadt und Landkreis kommen ihre jungen Patienten, sondern auch aus dem Raum Wunsiedel, Kulmbach, Thüringen und Sachsen. Sie leiden an psychischen Auffälligkeiten und Entwicklungsstörungen. Das Spektrum ist breit: Sehr viele Kinder mit ADS-Syndrom sind darunter, Kinder mit Lese-Rechtschreibstörung ebenso wie missbrauchte und autistische kleine Menschen. 400 bis 500 Patienten sind es im Quartal, die Wartezeit betrug zuletzt ein halbes Jahr.
„Wir haben fachlich eine gute Resonanz und uns aufgrund des Riesenbedarfs immer weiter vergrößert“, schildert die Ärztin. Um diesen Bedarf abzudecken, hat Czeiner ein neunköpfiges Team aus Psychologinnen, Heilpädagoginnen, je einem Psycho-, Ergo- und Sprachtherapeuten sowie einer Kinderkrankenschwester aufgebaut. Auf dieses „multiprofessionelle Angebot“ ist die Fachärztin besonders stolz. Doch nun wird es ihr mit zum Verhängnis.
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