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Normale Version: Falschdiagnose?
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Brisantes Thema, ich weiß.

2006 ist bei Junior1 ja ADHS diagnostiziert worden, wobei ich von Anfang an Probleme mit dieser Diagnose hatte, aber ich bin ja kein Arzt. 2 Jahre MPH folgten, und ich war erleichtert, als ich es 2008 absetzen konnte, durfte, wie auch immer (die Gründe dazu waren nicht so dolle, aber das restliche MPH wurde zurück in die Apotheke verfrachtet und Ende ist). Ein fehlgeschlagener Versuch mit Strattera folgte ein halbes Jahr später, wurde abgesetzt in der Reha nach einer Krisenintervention, weil Junior mit den Veränderungen nicht klar kam und depressive Züge zeigte, kurzfristig folgte Dipiperon, weil er eine Gefährdung für sich und andere darstellte, nach der Reha sollte er auf Risperdal eingestellt werden. In der Reha wurde befunden, das Kind hat allenfalls ein leichtes ADS, wenn überhaupt, aber dafür starke autistische Züge im Rahmen einer Autismusspektrumsstörung.
Nach der Reha hab ich mich durchsetzen müssen gegen den Kinderpsychologen zu Hause vor Ort, weil ich keine erneute Medikamenteneinstellung wollte, kein Risperdal, der Kinderpsychologe bestand auf Risperdal oder wollte Junior nicht mehr weiter behandeln, seitdem ist Ende mit der Behandlung, ich laß mich nicht erpressen und meinen Sohn nicht mit Medikamenten vollstopfen, wenns nicht unbedingt sein muß, aus MPH und Strattera hab ich gelernt.
Nach den Sommerferien dann der Schulwechsel in die KB-Schule und oh Wunder, endlich klappts bei Junior, er macht gute Fortschritte in seiner Lerngruppe, er kann gut lesen, rechnen geht gut, schreiben naja (es besteht der Verdacht auf Legasthenie *Augenroll*). Nach einem Gespräch mit den Lehrern diesen Monat kam man eindeutig zu dem Schluß, mein Sohn hat definitiv kein ADHS (in der Klasse sind 3 ADHSler, aber Junior wäre garantiert keiner!)! Und er kommt auch ohne Medikamente dort ganz gut klar. Autistische Züge lassen sich nicht verleugnen, aber er macht sich ganz gut in der Schule und macht auch Fortschritte in seiner Sozialkompetenz.

Ums kurz zu machen, ich ärger mich gerad sehr im Nachhinein, daß ich in die ADHS-Falle getappt bin, nicht hinterfragt habe, sondern meinem Sohn den Stempel habe aufdrücken lassen. Ich war wirklich davon überzeugt, auch anhand der Symptome, daß es sich bei ihm um ADHS handelt - aber es gibt so vieles, was dieselben Symptome hervorrufen kann. Die Zeit zurückdrehn kann ich nicht, aber ich bin wenigstens beruhigt, daß er schulisch endlich gut aufgehoben ist und er frei von jeglichen Medikamenten ist (vom Asthmaspray mal abgesehn und einigen Globulis).

(Anmerkung: ich bestreite natürlich in keinsterweise, daß nicht andere Kinder betroffen sein können von AD(H)S, aber anscheint kommen Falschdiagnosen doch noch häufig vor, so daß es immer schön heißt: Modekrankheit! Den wirklichen ADHSlern gegenüber ist das sehr unfair. Ich weiß nicht, ob und welchem Arzt ich überhaupt noch glauben kann).
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